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Pflegeeinsatz im Biotop Uckersdorf mit Gewässerbestimmung am Ambach

Schnell noch einen Covid-19-Schnelltest in der Schule durchgeführt, auf das negative Ergebnis gewartet und ab ging es in der letzten Woche vor den Sommerferien Richtung Uckersdorf. Pandemiebedingt war dies die allererste Exkursion des Leistungskurses Q2 JUNG, deren Ziel das Schulbiotop in der Amdorfbachaue nahe Uckersdorf bildete. Die Schwerpunkte der Exkursion bestanden bei warmem Wetter zum einen aus Landschaftspflegearbeiten im Biotop und zum anderen aus wissenschaftlichen Untersuchungen im angrenzenden Amdorfbach.

Pflegeeinsatz im Reptilien- und Amphibienbiotop

Erfolge der bisherigen Biotoparbeit konnten gleich zu Beginn beobachtet werden. Insgesamt konnten die Schülerinnen und Schüler gleich drei Ringelnattern auf dem Bahndamm sichten. Da Reptilien, wie die genannten Nattern, wechselwarm sind und warme, sonnige Oberflächen nutzen, um ihre eigene Körpertemperatur zu erhöhen, wurden bei vorherigen Aktionen der Schule verschiedene Flächen aus dunklen Steinen und Sand errichtet, die sich besonders gut erwärmen. Starker Gras- und Moosbewuchs verhindert allerdings das Erwärmen, weshalb die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler zuerst einmal darin bestand, die alte Bahntrasse von Gräsern, Himbeersträuchern und weiterem Überwuchs zu befreien. Außerdem wurde der Bahndamm durch junge Weißdornsträucher zu stark beschattet, sodass diese zurückgeschnitten werden mussten.

Im Anschluss ging es in das angrenzende Auenbiotop. Durch die warme und sehr feuchte Witterung der letzten Wochen „explodierte“ die Vegetation sprichwörtlich, wodurch das Besichtigen der angelegten Tümpel kaum möglich war. Eigentlich steht vor Ort die Erweiterung dieser Kleinsttümpel, die u.a. Amphibien als Fortpflanzungsstätte benutzen, an. Im Laufe der Zeit überwuchert die Vegetation die Wasserfläche und die Tümpel verlanden letztlich, sodass an den Verlandungszonen die Tümpel erneut ausgehoben werden müssen. Aber auch besonders durch die ausgiebigen Niederschläge der vergangenen Wochen, waren die gesichteten Tümpel vollgefüllt mit Wasser. So konnte sich der Leistungskurs ganz dem Entfernen des Drüsigen Springkrauts widmen. Die auch als „Indisches Springkraut“ bekannte invasive, neophytische Pflanzenart breitet sich durch ihre enorm hohe ökologische Potenz rasant aus und verdrängt dabei eine Vielzahl heimischer Pflanzen. Aber besonders diese gefährdete Artenvielfalt macht den Wert eines Lebensraums für Tiere und Pflanzen aus. Und so zögerten die Schülerinnen und Schüler nicht lange und zupften eine Vielzahl von Vertretern des Springkrauts samt Wurzel aus dem Boden.

Da Pflegearbeiten im Biotop sehr anstrengend und kräftezehrend sind, hat sich die Naturlandstiftung Lahn-Dill e.V. um ihren Vorsitzenden Herrn Horst Ryba bereit erklärt, die Einsatztruppe mit einer Runde Pizza zu versorgen! An dieser Stelle auch nochmal der Dank für die sehr leckere Essensspende!

Gewässeruntersuchung am Amdorfbach

Am Ende der Exkursion führte der Leistungskurs eine Gewässeranalyse des Amdorfbaches durch. Besonders bei den sommerlichen Bedingungen war der Aufenthalt im und am Bach eine willkommene Abwechslung. Neben der chemischen Wasseruntersuchung wurden über einen Zeitraum von 30 Minuten Zeigerorganismen eingesammelt und dokumentiert. Neben vielen Köcher- und Eintagsfliegenlarven sowie Bachflohkrebsen können vor Ort auch Fische, wie u.a. Grundeln gesichtet werden. Bestätigt durch die chemischen Analyseergebnisse, konnte durch die Lebendfunde die ökologische Zustandsklasse des Gewässers mit einem Gesamtsaprobienindex von 1,9 erfasst werden. Dies entspricht der Gewässergüteklasse II, wodurch die Gewässerqualität des Amdorfbaches als „gut“ bzw. „mäßig belastet“ eingestuft werden kann. 

Die Schülerinnen und Schüler erhielten durch die Arbeit im Biotop einen Einblick wie unterschiedliche Ökosysteme miteinander vernetzt sind und in welcher Wechselwirkung die betreffenden Lebewesen zueinanderstehen. Weitere abiturrelevante Themen wurden durch die Güteklassebestimmung des Amdorfbaches aufgegriffen und praktisch erfahrbar gemacht. Durch die Begegnung mit typischen Biotop-Lebewesen (Ringelnatter, diverse Libellen- und weitere Insektenarten) sowie durch die Erkenntnis, dass man in kürzester Zeit mit einfachen Mitteln der Natur und somit der Biodiversität helfen kann, bleiben die Erlebnisse des Tages bei der Schülergruppe nachhaltig in Erinnerung. Die Aussage einer Schülerin, wonach „das Arbeiten in der Natur gar nicht so schlimm sei und sogar Spaß mache“ unterstreicht die gemachten Beobachtungen.

2021
copyright Text: Timo Jung, WvO
copyright Foto: Timo Jung, WvO
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