Zum Hauptinhalt springen

Wilhelm-von-Oranien-Schule Dillenburg

Lernen in Vielfalt -
Leben in Verantwortung

"Frieden ist, wenn Kinder keine Angst haben.“

Preisverleihung an der WvO: 80 Jahre Frieden – und jetzt wir?!

Andrii kommt aus Mariupol und besucht die Wilhelm-von-Oranien-Schule (WvO) seit drei Jahren. Er hat in seiner ukrainischen Heimat hautnah miterlebt, was Krieg bedeutet: nächtliche Bombenangriffe, überstürzte Flucht, zerstörte Heimat, Ankommen und Einleben in einem fremden Land. In seinem Wettbewerbsbeitrag schildert der Zehntklässler eindrücklich, was er erlebt hat, und abschließend, wie er Frieden definiert: „Frieden ist, wenn Kinder keine Angst haben.“

Den Wettbewerb hatte die Demokratie-AG am Dillenburger Gymnasium 2025 ausgeschrieben anlässlich des achtzigjährigen Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkriegs. Die feierliche Preisverleihung des Wettbewerbs fand nun am 24. Februar 2026 statt –bewusst terminiert am Jahrestag der Invasion Russlands in der Ukraine.

Landrat Braun würdigt das Projekt als starkes Zeichen politischer Bildung

An der nachmittäglichen Ehrung der Gewinner nahm neben zahlreichen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften auch Landrat Carsten Braun teil. Er würdigte in seinem Grußwort das Projekt „80 Jahre Frieden – und jetzt wir?!“ als starkes Zeichen politischer Bildung und lobte die Schülerinnen und Schüler für ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Anschließend nahm er sich auch noch Zeit, die Exponate der Wettbewerbsausstellung anzuschauen, und war beeindruckt von der Kreativität und Aussagekraft der Schülerprodukte.

Zuvor hatte Jonas Seibel für die Demokratie-AG, welche den Wettbewerb initiiert hatte, die Anwesenden begrüßt und die enge Verbindung von Frieden und Demokratie betont.

Auch die stellvertretende Schulleiterin Andrea Stühler unterstrich die Bedeutung von Demokratiebildung an der WvO und dankte allen Beteiligten. Besonders hob sie das Engagement der AG – Bettina Blachnik-Jung, Hannah Brill, Stefan Riemer, Jonas Seibel und Kati Weigel – hervor.

Generationendiskurs als Voraussetzung für gesellschaftlichen Frieden

Ein Höhepunkt des Festakts war der Vortrag von Dr. Reiner Becker und Paul Henry Becker zum Thema „80 Jahre Frieden – und was ist mit uns?“ Vater und Sohn – beide Alumni der Schule – simulierten in einem familiären Küchentisch-Gespräch einen generationellen Konflikt, der Fragen von Generationengerechtigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung herausarbeitete.

Jurypreise und Publikumspreis

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen aber die 16 Projekte, die im Rahmen des Wettbewerbes entstanden sind und an denen insgesamt 194 Schülerinnen und Schüler beteiligt waren. Während der Ausstellung nutzten zudem über 300 Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, eigene Gedanken zum Thema Frieden zu formulieren – ein Zeichen dafür, wie intensiv sich junge Menschen mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen.

Alle, die mitgemacht hatten, erhielten zunächst einen Teilnehmerpreis. Anschließend wurden die Jurypreise vergeben.

Den Preis für die stärkste Botschaft erhielt Andrii Dolhov (Klasse 10F) für seinen bewegenden Beitrag mit den persönlichen Erfahrungen des 24. Februar 2022 in der Ukraine.

Als kreativster Beitrag wurde das Projekt „Erste Hilfe für den Frieden“ der Mädchen der Klasse 10A ausgezeichnet, das mit der Symbolik eines Erste-Hilfe-Koffers überzeugte.

Die Auszeichnung als Social-Media-Stimme ging an Sarah Lulu Weber (Jahrgangsstufe Q2) für ihren Instagram-Account „@gemeinsamfrieden“, der unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Frieden sichtbar macht.

Den Teamgeist-Preis erhielt eine Projektgruppe aus dem Abiturjahrgang – Felix Schiller, Paul Tran, Eric Kresta, Benedikt Freischlad, Vanessa Gonschorek und Lina Kreck – für ihren Film „Frieden: erkämpft, erlangt, gefährdet“, der lokale Geschichte mit aktuellen Fragestellungen verbindet.

Der Publikumspreis, über den die Besucher der Ausstellung abgestimmt hatten, ging an die Klasse 5B für ihren Videobeitrag „Mobbing in der Schule“. Mit klaren Worten und eindrucksvollen Szenen machten die Schülerinnen und Schüler deutlich, dass Frieden im Alltag beginnt – im Klassenzimmer und auf dem Schulhof.

Zum Abschluss dankte die Demokratie-AG allen Teilnehmenden, der Jury sowie den Sponsoren – darunter die Rittal Foundation, welche durch Herrn Reissner auch bei der Veranstaltung vertreten war, die Sparkasse Dillenburg, die Sparda-Bank Hessen, die Firma Wendel Email und die Firma Weiss sowie der Förderverein Wilhelms Freunde – für ihre Unterstützung. Gekonnt musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung von Jonatan Schmidt (Q2) am Flügel) und Ella Bodenhöfer (Q4) am Saxophon. Nach ihrem Schlussstück  konnten die Gäste nochmal die Ausstellung aller Wettbewerbsbeiträge in der alten Bibliothek besuchen.

 



  • 2026
  • copyright Text: Jonas Seibel & Markus Hoffmann, WvO
  • copyright Foto: Bettina Blachnik-Jung & Markus Hoffmann, WvO