
Erinnern und Verstehen
WvO-Exkursion zur Gedenkstätte Buchenwald
Seit vielen Jahren fährt eine Projektgruppe der Wilhelm-von-Oranien-Schule regelmäßig zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers bei Weimar. Diesmal waren 26 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe mit den Lehrkräften Julia Schäfer-Schmitt, Kerstin Renkhoff und Thilo Schwarz-von Dessonneck vom 18. bis zum 21. August dort.
Die Teilnehmerinnen Leni Feindler und Sarah Lulu Weber berichten:
Begleitet wurden wir dabei von der Gedenkstätten-Pädagogin Pamela Feuchtmann, die uns während der gesamten Reise durch die verschiedenen historischen Orte führte.
Am ersten Tag beschäftigten wir uns zunächst mit der ehemaligen SS-Siedlung. Wir sahen unter anderem die Überreste der Villen von SS-Offizieren, den Falkenhof und ein ehemaliges Bergwerk, in dem Häftlinge unter besonders schweren Bedingungen arbeiten mussten. Dabei wurde deutlich, wie eng das Leben der SS und ihrer Familien mit dem Konzentrationslager verbunden war.
Am 19. August stand der Besuch des eigentlichen Lagergeländes im Mittelpunkt. Wir besichtigten unter anderem das Lagertor mit der zynischen Inschrift „Jedem das Seine“, den Appellplatz und das Krematorium. Im Museum erhielten wir außerdem Einblicke in die Lebensgeschichten verschiedener Häftlinge und setzten uns mit Themen wie der systematischen Verfolgung, Zwangsarbeit, medizinischen Experimenten und dem Umgang mit den Opfern auseinander.
Am dritten Tag führte uns die Reise nach Weimar. Dort beschäftigten wir uns mit der Rolle der Stadt im Nationalsozialismus. Anhand verschiedener Biografien wurde deutlich, dass die nationalsozialistischen Verbrechen nicht nur innerhalb der Lager stattfanden, sondern die gesamte Gesellschaft betrafen.
Am letzten Tag besuchten wir abschließend das Mahnmal auf dem Ettersberg. Die monumentale Anlage und die dortigen Massengräber machten die Dimension der Verbrechen noch einmal besonders deutlich. Gleichzeitig setzten wir uns kritisch mit der Frage auseinander, wie Geschichte und die Befreiung des Lagers in der Erinnerungskultur
dargestellt werden, besonders anhand des Beispiels der DDR. Besonders prägend war für uns, dass wir während der Reise auch mit der heutigen Auseinandersetzung um Buchenwald konfrontiert wurden. Inder Nähe unserer Unterkunft kam es mehrfach zu Begegnungen mit Personen aus der rechtsextremen Szene. Auch unsere Pädagogin berichtete von eigenen Erfahrungen mit rechtsextremen Anfeindungen und Morddrohungen.
Der Besuch in Buchenwald war für uns deshalb nicht nur eine Reise in die Vergangenheit. Die persönlichen Geschichten der Opfer und die Begegnungen vor Ort machten die Themen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus für uns greifbarer. Die Eindrücke werden uns noch lange begleiten und haben uns gezeigt, wie wichtig Erinnerung und
Engagement gegen das Vergessen auch heute sind.
- 2026
- copyright Text: Leni Feindler, Sarah Lulu Weber
- copyright Foto: Julia Schäfer-Schmitt, WvO
























