Letzte Gesamtkonferenz nach turbulentem Schuljahr

Trotz Corona-Verwerfungen ein geordneter Abschied vom vergangenen Schuljahr - und geschätzten Kollegen

Im November 2019 hatte die letzte ordentliche Gesamtkonferenz der Schule stattgefunden, für Frühjahr 2020 stand die nächste im Kalender - kam aber wegen der Corona-Pandemie nicht mehr zustande. Das Nötigste konnte zwischendrin in Videokonferenzen, per Mail oder in kleineren Sitzungen geregelt werden, ab 22. Juni war es aber wieder möglich, mit dem gesamten Kollegium zu tagen; selbstverständlich mit den nötigen Abstands- und Hygieneregeln. Nach einigen Informationen und Abstimmungen wurden auch Lehrkräfte verabschiedet, etwa Dr. Peter Brockhaus und Thomas Waschke in den Ruhestand oder Pfarrer Dr. Friedhelm Ackva aus dem Schuldienst.

Nachdem die Gesamtkonferenz, die zur Wahrung des Sitzabstands im Forum tagte, das vergangene Schuljahr rückblickend und mit einigem "Sonder-Dank" für die Corona-Bewältigung hatte Revue passieren lassen, warf Schulleiter Martin Hinterlang einen Blick ins neue Schuljahr. Zwar soll sich der Unterrichtsbetrieb der Normalität vor Corona annähern, die Eckpunkte des Kultusministeriums und die Konkretisierungen des Schulamts haben allerdings die Schulleitung dazu veranlasst, das erste Halbjahr 2020/21 aus Sicherheitsgründen noch ohne Wahlunterrichtskurse in den Klassen 5 bis E1 durchzuführen. Falls eine Covid-19-Infektion auftritt, wird die Ausbreitung durch die stabilen Klassenverbände am besten eingedämmt.

Im zweiten Teil des Programms warteten Ehrungen und Abschiede:

Oberstudienrat Thomas Waschke verlässt die Wilhelm-von-Oranien-Schule nach fünfzehn Jahren in den Ruhestand. Eigens war auch seine Frau Jutta - Schulleiterin am benachbarten Gymnasium Johanneum - zur Feierstunde gekommen. Nach seinem Studium in Marburg und dem Referendariat in Bensheim unterrichtete er in Dortmund, Bochum und Hanau, um anschließend in eine längere Elternzeit zu gehen. Danach begann seine Zeit an der WvO. Schulleiter Martin Hinterlang würdigte den Fachlehrer für Biologie, Chemie, Informatik und Ethik (Hut ab für die Rekordfächerzahl!) mit folgenden Worten: "Wir hatten mit Dir einen fachlich hochkompetenten Lehrer, der etwas konnte, was Lehrkräfte heute in ihrer Ausbildung kaum noch lernen: An der Tafel Orientierung geben, dabei schwierige Zusammenhänge aufdröseln und begreifbar machen, so dass man endlich "durchsteigt". Und das, obwohl Du nicht als Langsamsprecher bekannt bist."

Thomas Waschke betreute darüber hinaus verlässlich und aktuell die Website der Schule.

Dr. Peter Brockhaus kehrte als gebürtiger Dillenburger im Jahr 2009 mit einer Abordnung, ab 2012 mit voller Stelle an die WvO zurück, wo er selbst 1973 sein Abitur absolviert hatte. Die Zwischenstationen waren abwechslungsreich: Wehrdienst, Studium und Promotion sowie eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Gießen und Essen. Anschließend absolvierte er sein Referendariat und arbeitete anschließend kurzzeitig für die Isabellenhütte und wissenschaftliche Fachzeitschriften. Seit 1987 unterrichtete er in Frankfurt a.M., ab 2008 dann heimatnäher an der benachbarten Johann-Textor-Schule in Haiger. Seit 2012 kümmerte er sich an der WvO um die Physik-Sammlung und weckte bei Schülerinnen und Schülern Begeisterung für das Fach im Rahmen vieler Jugend-Forscht-Projekte. Schulleiter Hinterlang zitierte aus einem früheren Bewährungsbericht der Personalakte: "Herr Dr. Brockhaus versteht es, aufgrund seiner soliden Fachkompetenz und seiner grundsätzlichen schülerzentrierten Einstellung, einen interessanten und die Schüler motivierenden Unterricht zu planen und durchzuführen."

Pfarrer Dr. Friedhelm Ackva unterrichtete in Abordnung seit sieben Jahren einige Stunden Ev. Religionslehre, und auf die biblische Zahlensymbolik der Sieben hob Martin Hinterlang auch in seiner Dankesrede ab. Der Dillenburger Pfarrer hat im Pfarrbezirk mehr Aufgaben übernommen und kann daher die Abordnung nicht mehr wahrnehmen. Gern, so versprach er, wolle er aber weiterhin den Kontakt zur WvO pflegen, z.B. im Rahmen von Schulgottesdiensten, Unterrichtsprojekten, Elterngebetskreis usw.

Constantin Fromm absolvierte ab 2018 sein Referendariat an der WvO in den Fächern Physik und Sport. Er hat nun ein Planstellenangebot in Tübingen angeboten bekommen. Ebenso verlässt die Schule wieder Therese Leistner, die uns ein halbes Jahr in Kunst und Ethik unterstützt hat. Sie erhält eine Planstelle an ihrer Ausbildungsschule in Butzbach. Beiden jungen Kollegen wünschte Martin Hinterlang alles Gute für den weiteren beruflichen Werdegang.

Zwei erfreuliche Mitteilungen gab es noch neben den Abschieden: Stephanie Koch erhielt ihre Beförderung zur Oberstudienrätin für die Betreuung des Schulsanitätsdienstes und Felix Pinter als Studienrat seine Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit.

©2020 Text und Fortos: Markus Hoffmann

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