Neue Bewohner an der WvO - Erhaltungszuchtprogramm des mexikanischen Hochlandkärpflings

Seit dieser Woche sind 25 mexikanische Hochlandkärpflinge (Allodontichthys polylepis) das Schulvivarium der WvO eingezogen.

In einem Kooperationsprojekt mit der Universität Gießen wurden die Exemplare von der Arbeitsgruppe um Herrn Prof. Dr. Ziemek der Schule zur Verfügung gestellt. Die Ziele des Projektes sind neben der Erhaltungszucht der in natura bedrohten Art, auch die Sensibilisierung der Schülerschaft für den massiven Eingriff des Menschen in die Natur und damit einher mit der Zerstörung von Lebensräumen.

Mexikanische Hochlandkärpflinge sind die eher unauffälligen Verwandten der farbenfrohen Guppys. Im Gegensatz zu den meisten Fischarten bringen Hochlandkärpflinge ihren Nachwuchs lebend zur Welt. Ihre Jungtiere sind mit nabelschnurähnlichen Organen mit der Mutter verbunden. Ihr natürlicher Lebensraum liegt in den Flüssen und stehenden Gewässern der mexikanischen Hochebene. Doch diese sind zunehmend in Gefahr. Das größte Problem der Hochlandkärpflinge ist die Zerstörung geeigneter Lebensräume.

Gefahr von vielen Seiten

Eine intensivere Landwirtschaft hat zur Folge, dass immer mehr Düngemittel in die Gewässer gelangen und diese schließlich "kippen". Der damit verbundene Sauerstoffmangel im Wasser führt zu einer bedrohlichen Veränderung der ökologischen Verhältnisse für die bisherigen Bewohner. Gleichzeitig haben die wachsenden Metropolen und die Urbanisierung der Landschaft Einfluss auf potentielle Lebensräume. So werden beispielsweise Quellgebiete von Flüssen zu Badeanstalten für die wachsende Bevölkerung umgebaut. Auch das Einschleppen gebietsfremder Fischarten als Nahrungsquelle für die Menschen bedeutet für die Hochlandkärpflinge sowohl neue Fressfeinde, als auch Nahrungskonkurrenz.

Darüber hinaus führen klimatische Veränderungen zu verstärkter Trockenheit, die die Anzahl an geeigneten Gewässern weiter schrumpfen lässt. Der Bestand der mexikanischen Hochlandkärpflinge ist demnach stark zurückgegangen und die endemische Art ist mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Gemeinsame Rettung der Hochlandkärpflinge

Als Reaktion auf den kritischen Zustand der Mexikanischen Hochlandkärpflinge wurden in den vergangenen Jahren Erhaltungszuchtprogramme ins Leben gerufen. Eines davon stellt nun seit kurzem das Kooperationsprojekt zwischen der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Wilhelm-von-Oranien-Schule dar. Dadurch wird der Schule ermöglicht einen wertvollen Beitrag zum Erhalt einer bedrohten Tierart zu leisten.

©2020 Text und Fotos: Timo Jung

Bildergalerie
(zum Vergrößern auf das Bild klicken)