Die Welt einmal mit anderen Augen sehen!

Biologiekurse des Jahrgangs 10 präparieren Schweineaugen

Zwei Biologiekurse der Klassen 10 C, 10 D und 10 E hatten sich in den vergangenen Wochen im Rahmen ihres Biologieunterrichts viele Kenntnisse über den Aufbau des menschlichen Auges und die physikalischen und biologischen Grundlagen bei der Bildentstehung angeeignet. Hierbei kamen im Unterricht vor allem Modelle, Abbildungen und kleine Selbstversuche zum Einsatz.

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit bot sich die Möglichkeit, das gelernte Wissen einmal an einem vergleichbaren Säugetierauge anzuwenden, indem nach bekannten Strukturen gesucht und der Strahlengang des Lichts nachempfunden werden konnte.

Die Dillenburger Traditionsfleischerei Kirschbaum stellte auch in diesem Jahr den Schülerinnen und Schülern 30 frische Schweineaugen zur Verfügung. Dafür bedanken wir uns herzlich!

Die angeleitete Präparation erfolgte in drei Schritten:

1) Befreien der Augen von anhängendem Gewebe (Muskelgewebe, Fett und manchmal Hautreste). Anschließend konnten von außen sichtbare Strukturen mit bekannten Strukturen des menschlichen Auges bestimmt und beschriftet werden (vgl. Foto 4, oberer Teil). So konnten Augenmuskel, Pupille, Iris und der Sehnerv klar benannt werden.

2) im zweiten Schritt wurden die Augen in eine vordere und hintere Hälfte getrennt. Dies gestaltete sich aufgrund der Stabilität des Organs und der vorhandenen Werkzeuge als nicht einfach, gelang dennoch allen Kleingruppen. Die nun sichtbaren inneren Strukturen (Glaskörper, Linse und Netzhaut) kamen zum Vorschein (vgl. Foto 4, unterer Teil).

3) Der letzte Schritt forderte Fingerspitzengefühl. Es wurde in einem unversehrten Auge im hinteren Teil ein ca. 10mm x 10mm großes Quadrat geschnitten. Hier war die Schwierigkeit, dass beim Entfernen der Rückwand der Glaskörper nicht austrat und die Linse sich im Inneren nicht verschob. Im Anschluss wurde die entstandene Lücke im hinteren Augenbereich durch ein transparentes Stück Papier verschlossen. Ziel dieser Arbeit war es, einen Gegenstand (brennende Kerze) der vor dem Auge platziert wurde, auf dem transparenten Papier zu projizieren. Es sollte, entsprechend der physikalischen Eigenschaften der Linsenkrümmung, dafür gesorgt werden, dass der Strahlengang ein verkleinertes und umgekehrtes Bild auf dem Papierstreifen (normalerweise ja die Netzhaut des Auges) abbildet. Dies gelang gleich mehreren Kleingruppen auf beeindruckende Weise (vgl. Foto 1,2 und 3).

Im anschließenden Unterrichtgespräch waren die beiden Biologiekurse von Simon Grebeldinger und Sedric Haus beeindruckt, wie stabil ein Auge ist, wie extrem dunkel es im Inneren eines Auges ist, da die Aderhaut vollständig schwarz gefärbt ist und lediglich Licht durch die Pupille einfallen kann. Ebenso spektakulär fanden alle Teilnehmer den Modellversuch, der an einem echten Auge demonstrierte, wie das Auge das Bild auf die Netzhaut projiziert.

©2019 Text und Fotos: Sedric Haus

Bildergalerie
(zum Vergrößern auf das Bild klicken)