Schockiert über die Verbrechen

WvO-Schüler besuchen die KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Im Rahmen der Abschlussfahrt nach Hamburg besuchte die Klasse 10B der Wilhelm-von-Oranien-Schule unter der Leitung von Nicola Klieber und Paul Sajon Ende September die Gedenkstätte Neuengamme. Das Konzentrationslager war von 1938 bis 1945 für sogenannte "Asoziale", "Unangepasste", Regimegegner, Juden sowie osteuropäische Zwangsarbeiter vorgesehen - Menschen aus insgesamt über 20 Ländern. Das KZ-Neuengamme wurde 1938 zunächst als Außenlager des KZ Sachsenhausen gegründet. Seit 1940 war das Lager selbstständig und es wurde kontinuierlich ausgebaut. Mit mehr als 85 Außenlagern und über 100.000 Häftlingen war Neuengamme das größte KZ Nordwestdeutschlands. Die Häftlinge wurden beim Lager- und Kanalbau, der Klinkerstein- sowie Waffenherstellung eingesetzt. Die Klinkersteine sollten dem Ausbau Hamburgs zu einer NS-Musterstadt dienen. Für alle KZ-Insassen galt der NS-Grundsatz "Vernichtung durch Arbeit". Es wurden aber auch Hinrichtungen durch Erschießen und Erhängen sowie Vergasungen durchgeführt.

Die Häftlinge wurden mit verschiedenen Foltermethoden, wie zum Beispiel der Peitsche, zu schwerster Arbeit gezwungen. Bei unmenschlichen Bedingungen wie Kälte, schlechter Kleidung, mangelnde Ernährung und Hygiene sowie aufgrund von Platzmangel und von Krankheit kamen mindestens 42.900 Menschen ums Leben. Am 02.05.1945 befreiten die Britten das Gebiet und fanden aber nur das leergeräumte Lager vor. Der letzte Akt der Tragödie der KZ-Insassen spielte sich am 03.05.1945 ab. Die britischen Flugzeuge bombardierten versehentlich zwei mit evakuierten Häftlingen überfüllte deutsche Schiffe. Ca. 7.100 Menschen kamen dabei ums Leben – ca. 6.600 davon waren Häftlinge.

Die Neugammer Gedenkstätte zeigt die grausame KZ-Realität und die WVO-Klasse konnte in einer dreistündigen Führung erfahren, was Menschen anderen Menschen angetan haben. Die Schüler waren sehr bewegt und besonders bestürzt über die Grausamkeit der SS-Lageraufseher.

Dazu einige Schülerstimmen, die nach der Besichtigung das Entsetzliche in Worte gefasst haben: "Ich war schockiert, dass die Verbrechen unter den Augen der Bevölkerung begangen wurden, quasi in der direkten Umgebung von Hamburg", "Ich habe nicht erwartet, dass die Leute so brutal waren und das Gelände so groß ist", "Sehr eindrucksvoll - ich würde die KZ-Gedenkstätte jederzeit wieder besuchen".

©2018 Text: Nele Bastian, Klasse 10B
Bilder: Paul Sajon, WvO

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