Lernen durch Lehren - WvO-Schüler unterrichten Grundschüler der Juliane-von-Stolberg-Schule

Im Rahmen der Unterrichtseinheit "Ökosystem Wald" erlebten Schülerinnen und Schüler der Klassen 7d/7e den Biologieunterricht mal aus einer anderen Perspektive. In einem Pilotprojekt zwischen der Juliane-von-Stolberg-Schule und der WvO, wurden die Erstklässler unter der Klassenlehrerin von Frau Weese und Ihrem Kollegen, Herrn Striebeck, von den Schülern des Biologiekurses von Herrn Jung unterrichtet.

Die dabei relevanten Fachinhalte wurden von den Gymnasiasten im Vorfeld so aufbereitet, dass die Schüler in die Lage versetzt wurden, diese an eine Erste Klasse der Juliane-von-Stolberg-Schule zu vermitteln. Zunächst wurden die nötigen Methoden und Fachinhalte direkt im Waldgebiet oberhalb der Lebenshilfe in mehreren Unterrichtsgängen erarbeitet. Schwerpunkte bildeten die Artenkenntnis im Pflanzen- und Tierreich, der Umgang und das Arbeiten mit dem Binokular sowie der Zusammenhang zwischen Pflanzenaufbau und den Stoffwechselvorgängen der Fotosynthese und Zellatmung.

Zu Beginn noch ein wenig schüchtern und zögerlich war das Eis zwischen den "Großen" und "Kleinen" schnell gebrochen. In kleinen Teams fungierten die Siebtklässler als Paten und nahmen die Grundschüler "an die Hand". Vor Ort wurde zunächst der Stockwerkbau des Waldes thematisiert. Hierzu sammelten die Teams Blätter, Blüten, Früchte um diese auf Plakaten den passenden Waldschichten zu zuordnen. Im weiteren Verlauf wurden hauptsächlich Tiere der Boden-bis Strauchschicht mit der Becherlupe und der Federstahlpinzette einfangen. Mit Hilfe der akkubetriebenen Binokulare erhielten die Grundschüler einen bis zu 40fach vergrößerten und detailreichen Eindruck von den eigentlich unscheinbaren Bodenlebewesen, wie Spinnen, Asseln oder Käfern. An weiteren Stationen erstellten die Gruppen Steckbriefe der vor Ort zu findenden Bäume, worauf andere Gruppen anhand der Merkmale den beschriebenen Baum finden mussten.

Ausgestattet mit Stethoskopen gewannen die Grundschüler einen akustischen Einblick, wie Wasser den Stamm herauf- und Fotosyntheseprodukte den Stamm herabströmen. Dabei erklärten die "Lehrer" ihren Paten die Zusammenhänge zwischen Fotosynthese und Zellatmung auf einem für Grundschüler verständlichen Niveau.

In der abschließenden Feedbackrunde wurde deutlich, dass Grundschüler und Siebtklässler das Projekt als sehr lohnenswert und positiv empfunden haben. Durch den fürsorglichen und empathischen Umgang mit den "Kleinen" konnten die "Großen" ihr zuvor erworbenes Fachwissen auf abwechslungsreiche Art vertiefen und ihre sozialen Kompetenzen weiter ausbauen. Alle Beteiligten strebten nach einer Fortsetzung des Projekts, jedoch ließ sich diese im vollgepackten Terminkalender vor den Sommerferien leider nicht mehr umsetzen. Im kommenden Schuljahr soll es aber eine Neuauflage geben. Dann allerdings mit einer neuen 7. Klasse

©2018 Text und Fotos: Timo Jung

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