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Alle Entwürfe könnten gebaut werden

Chefin der LDK-Schulbauabteilung nimmt Architektur-Modelle des WvO-Leistungskurses im Fach Kunst unter die Lupe

Im Rahmen des Unterrichts hatten die Abiturienten in spe von ihrem Kunstlehrer Sascha Schulze eine reizvolle, aber auch knifflige Aufgabe bekommen: Weil in den nächsten Jahren an der Wilhelm-von-Oranien-Schule (WvO) noch weitere Bauvorhaben anstehen, durften die Schülerinnen und Schüler ein neues Schulgebäude entwerfen, welches den Baubestand ergänzen sollte. Nach vollbrachter Arbeit besuchte Kerstin Weber, Leiterin der Bauabteilung Schulen des Lahn-Dill-Kreises und damit verantwortlich auch für die Bauprojekte am Dillenburger Gymnasium, den Kurs – und war beeindruckt von der hohen Qualität der Produkte.

Die Rahmenbedingungen des Projekts: Naheliegend war natürlich, dass Kunst- und Werkräume Platz im Gebäude finden sollten. Als besonderes Highlight sollte der Neubau auch eine Kinderbetreuung für Lehrkräfte beherbergen. Diese Idee entstand aus einem Gespräch mit Lehrkräften, die eher scherzhaft davon träumten, wie stark der Familienalltag vereinfacht werden könnte, wenn es in der Schule eine Kinderbetreuung gäbe. Ebenso musste in dem Gebäude eine neue Caféteria untergebracht sein, inklusive einem attraktiven Außenbereich mit Sitzgelegenheiten. All das sollte den Schulslogan "Lernen in Vielfalt – Leben in Verantwortung“ einbeziehen.

Die fertigen Architekturentwürfe wurden nun im Atrium der Schule als Zeichnungen und Modelle ausgestellt. Schulleiter Martin Hinterlang war so begeistert von den Produkten, dass er sogleich einen Präsentationstermin mit Schulbau-Abteilungsleiterin Kerstin Weber vereinbarte. Diese kam prompt vorbei und nahm sich viel Zeit, die Entwürfe in Augenschein zu nehmen und mit den „Nachwuchsarchitekten“ ins Gespräch zu kommen.

Dabei erwies sich der in jahrelanger Praxis geschulte Blick der Bauingenieurin als wertvolle Grundlage für das Feedback. Gezielte Nachfragen überprüften die Entwürfe auf Herz und Nieren: „Wie hoch ist die Raumhöhe am Übergang der beiden Dachschrägen? Wo ist der Aufzug untergebracht? Haben Sie bei der großen Glasfläche die Aufheizung des Gebäudes bedacht?“ Sehr konkrete, realitätsbezogene Nachfragen, die die Schülerinnen und Schüler aber nur selten ins Schwitzen brachten. Insgesamt war Weber sichtlich angetan und resümierte anerkennend: „Alle Ihre Entwürfe wären prinzipiell wirklich umsetzbar! Sicher müsste man an der einen oder anderen Stelle vielleicht aus statischen oder Kostengründen nochmal ein wenig nachjustieren, aber ich bin beeindruckt von Ihren kreativen, aber trotzdem durchdachten Ideen!“

Anschließend ließen sich die Schulbauexpertin und der Schulleiter noch den Produktionsprozess von den Schülerinnen und Schülern erläutern, der vom Kunstlehrer Schulze mit gut drei Monaten Arbeitszeit bis zur Abgabe angesetzt worden war.

Clara Schroeder beschrieb ihren Start ins Projekt wie folgt: „Der Prozess begann mit der Ideenfindung. Ich machte mir zuerst Gedanken darüber, welches Gebäude zu unserer Schule passt, damit das Gesamtbild der Wilhelm-von-Oranien-Schule stimmig und harmonisch wirkt. Deshalb habe ich auch den ‚Würfel‘ integriert, denn dieser ist bereits in dem neuen Verwaltungsgebäude unserer Schule wiederzufinden. Des Weiteren lag meine Priorität darin, ein lichtdurchflutetes und natureingebundenes Gebäude zu entwickeln, große Fenster waren deshalb ein Muss.“ Dass am Schluss der Projektphase die Zeit für den Modellbau knapp zu werden drohte und auch mal eine Nachtschicht eingelegt werden musste, gestand Jona Hasenkrug ein – worauf Kerstin Weber augenzwinkernd mutmaßte, dass vermutlich die meisten Profi-Entwürfe für Architekturwettbewerbe auch erst in der Nacht vor der Präsentation fertig würden.

Mit dem ermutigenden Feedback der Expertin für Schulbau können die Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrgangs nun demnächst in ihre Abiturprüfungen starten. Passend dazu hatte Kerstin Weber auch noch einige hilfreiche Berufsberatungstipps parat, falls jemand aus dem Kunst-Leistungskurs ein Studium der Architektur oder des Bauingenieurwesens anstrebt – was angesichts der allesamt sehenswerten Entwürfe wirklich zu wünschen wäre!

Die Architekturmodelle sowie Caféteria-Entwürfe des Kunst-LK samt Erläuterungen der Schülerinnen und Schüler finden Sie in den folgenden Readern:

2021
copyright Text: Sascha Schulze und Markus Hoffmann, WvO
copyright Foto: Sascha Schulze und Markus Hoffmann, WvO
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